Das Projekt und unsere Partner
In der Berliner Gropiusstadt gibt es viele gute Angebote: Nachbarschaftstreffs, Beratung, Gruppen, Feste. Nur kommen nicht alle Menschen gleich gut hinein. Wer schlecht hört, schlecht sieht, einen Rollstuhl nutzt oder mit langen Texten Schwierigkeiten hat, steht oft vor kleinen Hürden, die von außen niemand sieht: ein Eingang, den man von der Straße nicht erkennt. Ein Aushang, den man nicht versteht. Eine Klingel ohne Licht. Diese Hürden macht das Projekt Gropiusstadt inklusiv sichtbar – und räumt sie gemeinsam mit den Einrichtungen aus dem Weg.
Sechs soziale Einrichtungen auf dem Prüfstand: Seit Frühjahr 2026 begleiten wir Angebote in der Berliner Gropiusstadt dabei, für alle Menschen zugänglicher zu werden. Geprüft wird von Menschen mit Behinderung – als Fachleute in eigener Sache.
Wir prüfen die Häuser vom Selbsthilfezentrum Neukölln-Süd, das Zentrum Dreieinigkeit, den Abenteuerspielplatz Wildhüterweg, Thessa e. V., die Katholische Kirchengemeinde und „agens“ im Sollmannweg. Die Begehungen und Vor-Ort-Checks laufen seit Juli 2026.
Das Projekt läuft von 2026 bis 2028. Es wird gefördert von der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Berlin im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten“.
Ein wiederkehrendes Bild
Was haben wir gesehen, was schlagen wir vor? Jede Begehung wird in Workshops ausgewertet. Ein erstes Ergebnis: In den Häusern ist in Sachen Zugänglichkeit mehr vorhanden, als man auf den ersten Blick sieht: engagierte Teams, offene Türen, ein Aufzug mit Blindenschrift, in einer Kirche sogar eine Induktionsanlage für Hörgeräte. Nur weiß kaum jemand davon, weil es nirgends steht!
Ein anderes Beispiel: Am Eingang vom Abenteuerspielplatz hängt eine Klingel. Einer unserer Prüfer ist taub. Er drückt – und weiß nicht, ob es geklingelt hat, ob jemand kommt, ob er warten soll. Es gibt kein Licht, kein Signal. Eine kleine Lampe würde das lösen.
Unsere wichtigste Zwischenerkenntnis: Die meisten Verbesserungen brauchen keine Baumaßnahme. Sie brauchen Orientierungshilfen, Piktogramme und verständliche Sprache.
Auswertung und Ergebnisse
Bis Anfang 2027 werten wir alle Checks aus und planen mit jedem Haus die nächsten Schritte. 2027 folgen Schulungen und Workshops; dabei qualifizieren wir mindestens zwölf Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus dem Quartier. Zum Abschluss im April 2028 übergeben wir ein Transferpaket: Methodenkoffer, Leitfäden und Material in Leichter Sprache. Denn das erarbeitete Wissen soll auch nach dem Projekt-Ende im Viertel bleiben und vor allem angewendet werden.
Jede Einrichtung erhält ein Ergebnisprotokoll: Stärken, nach Themen sortierte Befunde und konkrete Vorschläge. Diese zeigen, was sofort besser werden könnte und was länger braucht.
Mitmachen!
Sie kennen einen Ort in der Gropiusstadt, an dem es hakt? Oder Sie haben selbst eine Behinderung und möchten als Expertin oder Experte in eigener Sache mitwirken? Schreiben Sie uns an info@geteq.org. Die Schulung im Projekt ist kostenlos.